Dienstag, 21. Januar 2020

Ein neues Macro Objektiv

M.ZUIKO DIGITAL ED 30mm F3.5 MACRO 

Das Objektiv habe ich mir zu Weihnachten gegönnt. Wie viele andere Kamera- und Objektivhersteller, hat auch Olympus oft irgendwelche Cash-Back Aktionen im Programm. Vermutlich um den sinkenden Umsätzen in der Kamerabranche entgegen zu wirken.
Jedenfalls gab es das Objektiv für schlappe 139€ im Olympus-Shop. Das war noch günstiger als die Gebrauchtpreise.

Mit dem Objektiv hatte ich schon seit Wochen geliebäugelt. Ein kurzes Makro fehlt mir irgendwie doch. Das M.ZUIKO DIGITAL ED 60mm F2.8 MACRO habe ich zwar schon, aber ein etwas weiterer Bildwinkel finde ich gerade für Blumenfotografie ideal. Außerdem finde ich Insektenbilder mit der kurzen Brennweite spannend. Schließlich hatte ich einst mit dem Olympus Zuiko Digital 35mm Makro 1:3.5 die ersten Schritte in der Nahfotografie getan. Hier findet ihr eine Übersicht meiner alten Makros für FourThirds.

Das neue 30er hat aber auch noch ein Alleinstellungsmerkmal: Es kann einen Abbildungsmaßstab von 1:1,25 abbilden. Also Motive auf dem Sensor vergrößern. Die Brennweite eignet sich auch gut für die "normale" Fotografie.

Der breite Schärfering läuft butterweich. Für den Preis ist die Verarbeitung sehr gut. Extras hat das kleine Teil aber nicht anzubieten. Es fehlen leider auch Angaben zum Abbildungsmaßstab auf dem Tubus. Eine Gegenlichtblende ist auch nicht im Lieferumfang. Aufgrund des kurzen minimalen Abstandes zur Fronlinse würde sie aber ohnehin stören.

Einen Testbericht findet ihr hier: Lenstip

Focus Bracketing im Wald

Zu Hause habe ich das Makro von Olympus natürlich auch ausprobiert, aber ich wollte damit auch in den Wald. Als Motiv haben sich Baumpilze angeboten.

Mit vielen Olympus-Kameras ist es ja schon seit Jahren möglich Focusreihen aufzunehmen. Hier findet ihr einen Blogpost von mir dazu:
Olympus ::: Focus Stacking in der OM-D

Also habe ich für die Baumpilze die Funktion "Focus-Bracketing" meiner Olympus O-MD genutzt. Also viele Bilder mit geänderter Schärfentiefe aufgenommen, um sie später per Software zu einem Bild mit großer Schärfentiefe zusammenzufügen.
Natürlich ist ein Stativ Pflicht und ein Einstellschlitten ist auch eine große Hilfe.

Die Focusreihe habe ich mit einem Fernauslöser gestartet. Auf dem Monitor habe ich dann die Reihen beendet als ich sah, dass das Motiv einmal. komplett scharf abgebildet war. Frank Rückert beschreibt das Verfahren auf seiner Seite sehr gut und zeigt grandiose Bilder: Homepage von Frank Rückert

Die Bilder wurden aus dem RAW-Dateien gestackt. Da war mein Rechner schon mal 30 Minuten beschäftigt. 
Bei den Bildern habe ich das Objektiv auf Blende 5.6 eingestellt. Die Schrittweite war 1. Ich glaube beim nächsten Versuch werde ich eher die JPGs nutzen, um die Rechenzeit zu verkürzen. Meine Stckingsoftware ist übrigens von Franzis und läuft auch auf meinem Kubuntu-Linux-Rechner.

Hier jetzt aber die Ergebnisse meines ersten Freilandtestes mit dem Olympus ED 30mm F3.5 Macro.

Zwei Baumpilze auf Totholz
Stack aus ca. 49 Bildern

Ca 38 Aufnahmen mit dem Olympus Makro waren notwendig, um den Pilz vollständig scharf einzufangen.
Ca 38 Aufnahmen mit dem Olympus Makro waren notwendig, um den Pilz vollständig scharf einzufangen.

Baumpilz im Wald
ca. 32 Bilder waren noch zu wenig

Etwa 54 Einzelbilder haben meinen Rechner einmal zum Abssturz gebracht. Fast 8GB Arbeitsspeicher sind knapp bemessen.
Ich freue mich schon auf die ersten Makros von Insekten. Dafür muss ich aber noch das Beleuchtungsproblem lösen...

Kommentare:

  1. Die Bilder sind wirklich sehr schön Michael.
    Ich wünsche dir viel Spass mit dein neues Makro Objektiv.

    Viele Grüße,
    Annette

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  2. Hallo Annette,
    dank u wel!
    Das kleine Olypus wird mit bestimmt noch schöne Bilder ermöglichen.
    Viele Grüße
    Michael

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  3. Hallo Michael,
    das sind tolle Bilder.
    Fokusstacking bringt faszinierende Ergebnisse. Leider ist aber ohne eine entsprechnde Automatik an der Kamera der Aufwand recht hoch.

    LG Richard

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  4. Hallo Richard, danke für deinen Kommentar. Du hast völlig Recht. Ohne Focus-Bracketing ist der Aufwand hoch. Als Olympus die Funktion herausbrachte, freute ich mich sehr.
    VG
    Michael

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  5. Moin,
    Ich verwende zum Stacken meist die Kommandozeile, habe mir dafür ein Skript geschrieben, dass mehrere Ordner nacheinander abarbeiten... Grundlage sind die Kommandos von Hugin. Mit align die Bilder zueinander anordnen und danach Stacken... Das ist weitgehend unabh. Vom Betriebssystem, da sich eine Ubuntu oder Opensuse Kommandozeile auch als App leicht auf W10 einrichten lässt. (mit der nativen Windows shell komme ich nicht so gut zurecht...).

    Es gibt mehrere einfache Möglichkeiten die Bilder "einzufahren". Meine Panasonics haben ebenfalls eine Fokus racking Kamerafunktion. Für sehr kleine Objekte mit Stativ gut geeignet. Über WLAN lässt sich auch mit gsimplerelease eine Aufnahmeserie mit unterschiedlichem Fokus machen (Android-App). Wenn es schnell gehen muss und ich kein Stativ dabei habe, mache ich entweder einen 4K Film, oder Highspeed Serienaufnahme und bewege die Kamera langsam per Hand auf das Objekt zu. Zusammen mit dem Kommando align gibt das auch schöne einfache Stacks...
    picolay habe ich mal probiert, ist aber etwas anfälliger bez. Bewegungen...
    Übrigens schön privat von Mft zu lesen. Gut geschrieben - bin gleich etwas hängen geblieben.
    Herzlichen Grüße aus Gö
    Ralph

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  6. Hallo Ralph,
    danke für deinen ausführlichen Kommentar.
    Das Hugin auch stacken kann, war mir nicht klar. Vermutlich gibt es aber keine GUI nehme ich an. Picolay habe ich auch mal ausprobiert. Gefiel mir aber nicht so gut. Zerene Stacker bringt sehr gute Ergebnisse. Kostet aber auch. Mit meiner Lösung von Franzis bin ich ganz zufrieden. Gute Stacking Software, zudem für Linux, ist echt selten.
    MFT finde ich für Makros (und auch für andere Motive) ideal. Das Killer-Feature ist natürlich die eingebaute Stacking Funktion. Bei Oly sogar in Raw.
    Ich hoffe Panasonic und Olympus bleiben MFT treu..
    Viele Grüße
    Michael

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