Eine Wanze auf Augenhöhe (und warum genau hinschauen lohnt)
Die Technik hinter den Details:
Um Details sichtbar zu machen, die dem bloßen Auge verborgen bleiben, reicht ein normaler Schnappschuss nicht aus. Bei extremen Vergrößerungen ist die Schärfentiefe so hauchdünn, dass man nur einen winzigen Bruchteil des Insekts scharf abbilden kann. Die Lösung: Focus Stacking.
Hier ist mein Workflow für diese Serie:
Kamera: Meine OM System OM-1. Ihre Geschwindigkeit und die Fähigkeit automatisierte Stacks aufzunehmen sind ideal für Makro-Projekte
Objektiv: Das m.zuiko 90mm f/3.5 Macro IS PRO. Ein absolutes Biest, wenn es um Vergrößerung geht. Es erlaubt mir, tief in die Welt des Winzigen einzutauchen.
Aufnahme: Ich habe mehrere „Stacks“ aufgenommen. Das bedeutet, ich habe eine Serie von Bildern gemacht, bei denen ich den Fokuspunkt jeweils minimal verschoben habe, um das Insekt von vorne bis hinten scharf zu erfassen. Da mein Motiv glücklicherweise absolut stillhielt, konnte ich sehr präzise arbeiten.
Software (Stacking): Die Einzelbilder habe ich mit Zerene Stacker zusammengefügt. Diese Software ist ein Spezialist darin, aus den scharfen Bereichen der Einzelaufnahmen ein einziges, durchgehend scharfes Bild zu berechnen.
Software (Bearbeitung): Den finalen Schliff, die Kontraste und die Farbgebung habe ich in Luminar neo vorgenommen.
Filigran statt eklig: Die Wanze wie noch nie gesehen
Mein Ziel war es, die Wanze nicht „von oben herab“ zu fotografieren, sondern sie auf Augenhöhe darzustellen. Ich wollte wissen: Wie sieht die Welt für sie aus? Und vor allem: Wie sieht sie wirklich aus?





Es ist faszinierend zu sehen, wie du den Blick für die oft übersehenen Details schärfst und zeigst, dass auch eine Wanze bei genauerem Hinsehen eine beeindruckende Ästhetik besitzt. Solche Makroaufnahmen helfen ungemein dabei, die Vorurteile gegenüber „Ungeziefer“ abzubauen und die Vielfalt der Natur in ihrer kleinsten Form wertzuschätzen. Mein Tipp für dich: Um die filigranen Strukturen und Farben der Panzer noch stärker hervorzuheben, könntest du bei künftigen Makros mit einem diffusen Seitenlicht experimentieren, um harte Schatten zu vermeiden und die Plastizität des Motivs zu betonen.
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