Samstag, 24. Juni 2017

Mit dem Campingbus durch Südengland

Mit dem VW T5 unterwegs von Zandvoort bis Land`s End in Cornwall

Nach fast drei Wochen im VW T5 California sind wir wieder zu Hause angekommen. Zunächst waren wir zum Ausruhen in Zandvoort und dann ging die Reise über Dünkirchen nach Dover und von dort zum westlichen Ende von England. In diesem Artikel möchte ich ein paar Hinweise zur Planung und Durchführung der Fahrt geben. Natürlich habe ich auch viele Bilder gemacht die ich dann später mal zeigen werde.

Auf dem Campingplatz bei Veryan


Erste Vorbereitungen

Seit wir vor fast drei Jahren einen Campingbus kauften , wollten wir die erste große Rundfahrt nach Cornwall unternehmen. Im März fällten wir dann die endgültige Entscheidung. Bevor es nach Cornwall gehen sollte, wollten wir gerne ein paar Tage entspannen. Dazu fiel die Fahrt auf Zandvoort in den Niederlanden.
Weil es die günstigste Lösung ist wollten wir dann von Dünkirchen nach Dover übersetzen.

Fährhafen Dover

Um der Hauptsaison aus dem Weg zu gehen sollte die Reisezeit außerhalb der Ferien in NL und GB liegen. Also sollte es im Juni los gehen.
Im März buchten wir den Campingplatz in Zandvoort und die Überfahrt nach England.
Außerdem entschlossen wir uns "Overseas Members" im "Camping and Caravanning Club" zu werden. Der Club betreibt eigene Plätze in Großbritannien. Mitglieder bekommen eine Ermäßigung. Außerdem kann man auf den Plätzen schon die nächsten Campingplätze buchen. Einen dünnen Campingführer gibt es für die Planung auch schon vorher per Post.

Zur Vorbereitung des Urlaubes haben wir uns folgende Bücher gekauft:

Einen Wanderführer, der uns sehr geholfen hat und den ich empfehlen kann:



 

Und einen Reiseführer, der auf Wohnmobilreisende zugeschnitten sind.









(Hinweis: Die Bilder führen zu Amazon)

Auch Klebefolien für die Scheinwerfer habe ich gekauft, aber nicht aufgeklebt, weil wir nur tagsüber gefahren sind (gibt es auch auf der Fähre).

Außerdem hatte ich zwei Straßenkarten gekauft. Hauptsächlich haben wir uns aber auf unser TomTom verlassen.
Eine große Hilfe war auch mein Tablet und die App OsmAnd.

Salcombe


Die Campingplätze

Wir waren auf folgenden Campingplätzen (mit einer subjektiven Einschätzung):

Niederlande, Zandvoort:  "Strandcamping De Branding"
Der Platz liegt in den Dünen. Die Stellplätze für Wohnmobile sind relativ klein, Markisenaufbau eher nicht möglich. Die Sanitäranlagen sind noch ok. Duschen kostet extra. Zandvoort ist gut zu Fuß erreichbar und zum Strand ist es nicht weit. Die Rennstrecke ist gleich nebenan. Hat uns ganz gut gefallen.

Frankreich, Dünkirchen:  "La Licorne"
Unweit des Fährhafens gelegen (ca. 20km). Große Plätze, nettes Bistro, günstiger Übernachtungspreis. Bis zum Strand sind es ein paar Meter durch die Dünen. Vom Strand geht es über eine breite Promenade nach Dünkirchen. Sehr schön. Aber die Sanitäranlagen sind eher zum Abgewöhnen; keine Klobrillen, kein Klopapier, teilweise schmutzig).
Aufgrund der Sanitäranlagen hat es uns nicht gefallen.

England; erst mal nenne ich alle von uns genutzten Campingplätze:
Norman`s Bay, Chichester, Moreton, California Cross, Veryan, Sennen Cove, Salisbury, Folkestone
Blick auf den Atlantik vom Campingplatz Sennen Cove

Näheres zu den Plätzen auf der Seite des Clubs.
Die von uns besuchten Plätze des "Camping und Caravanning Club" sind alle sehr ähnlich ausgestattet: Es gibt einfache sanitäre Anlagen, die aber sehr sauber sind. Mischbatterien für Wasser gibt es nicht. Nur jeweils einen Wasserhahn für kaltes und heißes(!) Wasser. Bei den Duschen gibt es (bis auf eine Außnahme) nur warmes Wasser.
Schmutzwasser am besten in einem Eimer/Behälter auffangen. Gitter zum drauffahren fanden wir nicht.
Im Prinzip handelt es sich um eine große Grasflächen. Teilweise gibt es grob geschotterte Stellplätze ("Pitches"). Die Parzellen sind gekennzeichnet. Zwischen den WoMos, Wohnwagen oder Zelten muss ein Abstand von 6 Metern eingehalten werden ("6 Meter Rule").
Es gibt eine Rezeption und einen sehr kleinen Shop. Früheste Ankunftszeit ist 13 Uhr, Abfahrt bis 11 Uhr. Die Mitarbeiter sind sehr nett und bemüht.
Das Plätze sind gut organisiert. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt.

St Ives

Autofahren in Südengland und Cornwall

Es wird links gefahren! Nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt. Trotzdem muss man sich immer konzentrieren. Der Beifahrer muss quasi "mitfahren" und aufpassen. Kreuzungen sind eher selten, stattdessen gibt es Kreisverkehre. Die Vorfahrt ist durch Schilder geregelt. Es gibt Autobahnen (M-Straßen), teilweise mehrspurigen A-Straßen und B-Straßen. Sie B-Straßen sind oft sehr eng. Besonders in Cornwall handelt es sich oft um einspurige Straßen. Dazu kommen noch hohe Hecken, manchmal auch bewachsene Mauern. Teilweise sind auch die Büsche oder Bäume über der Straße zusammengewachsen. Dann fährt man wie durch einen Tunnel. Es gibt aber Ausweichstellen. Mit dem VW-Bus waren die Single Road Tracks gut zu bewältigen. Aber manchmal war es schon knapp..
Auch die Ortsdurchfahrten sind oft sehr eng.

Single Road mit Hecken

Also eher langsam fahren und bremsbereit sein. Im Zweifel sollte man bei Gegenverkehr amhalten und sich per Handzeichen, Lichthupe abstimmen.
Selberständlich bedankt man sich bei dem Fahrer der Platz macht.
Die erzielbare Durchschnittsgeschwindigkeit ist geringer als bei uns. Also keine zu langen Etappen planen. Für 30km kann man schon mal eine Stunde brauchen. Tankstellen gibt es genug.
Parkplätze ("Car Parks")  gab es eigentlich genug.  Die Parkscheinautomaten möchten mit Münzen gefüttert werden! Oft gibt es aber Beschränkungen was die Fahrzeughöhe angeht.
Eine Busfahrt in Cornwall im Doppeldeckerbus ist eine Empfehlung. Dann sieht man während der Fahrt mal über die Hecken.

Kühe auf der Fahrbahn

Besichtige Orte und Wanderungen

In Südengland gibt es unzählige schöne Orte und Landschaften. Im oben genannten Reiseführer sind hunderte Sehenswürdigkeiten aufgefüht. Aber mehr als ein oder zwei Dinge sind an einem Tag schwer machbar.
Hier eine Liste der von uns besuchten Sehenswürdigleiten/Wanderungen:

- Promenade von Dünkirchen (super) Update: (Bilder -->)
- Rye (toller, alter Ort)
- Eastbourne (nett)
- Beachy Head (ein Muss) Update: (Bilder -->)
- Exbury Gardens (sehenswert, leider war die Blütezeit der Rhododendron fast vorbei)
- Fahrt durch das Dartmoor nach Princetown (beeindruckend) UPDATE: (Bilder -->)
- Salcombe (Klasse)
- Wanderung über den Dodman Point UPDATE: Bilder --> (herrlich)
- Wanderung Narehead (tolle Landschaft)
- Truro (schöne Kathedrale)
- Wanderung Land`s End (absolutes Highlight) UPDATE: Bilder -->
bei Land's End

- Fahrt mit dem Doppeldeckerbus vom Campingplatz (ohne Dach) nach St. Ives (tolle Aussicht, weil über den Hecken)
- St. Ives (fast wie am Mittelmeer)
- Avebury (nett)
- Salisbury ( die Kathedrale ist wunderbar) UPDATE: Bilder -->
Salisbury

- Folkesstone (nette Stadt)


Bezahlen und Einkaufen

Bezahlt haben wir meistens mit Kreditkarte. Bei kleinen Beträgen reicht es die Karte über das Lesegerät zu halten. Ernährt hat uns die Campingküche. In den Pubs kann man aber auch relativ günstig essen (an der Theke bestellen). Auf den CP kommen ab und zu Imbisswagen (Fish & Chips). Bei TESCO bekommt man Lebensmittel, aber natürlich gibt es auch Dorfläden. Das Preisniveau (auch Diesel) ist höher als in Deutschland.


Meine Fotoausrüstung

Ich hatte meine Olympus M 1 dabei und das 2.8/12-40. Außerdem das Fisheye und das Panasonic 4-5.6/12-35. Außerdem ein Reisestativ und etliche Verlaufsfilter und ND- sowie Polfilter.
Gebraucht habe ich fast nur die Kamera und das 12-40.

Fazit 

Der Urlaub war supertoll. Das Wetter war hervorragend, die Landschaft ist grandios. Städte und Orte sind klasse. Wir haben viele nette Menschen getroffen.
Vor dem Linksverkehr sollte man Respekt haben, aber keine Angst.
Die Auffahrt auf die Fähre ist narrensicher.
Bestimmt kehren wir noch mal auf die Insel zurück.

Natürlich habe ich viele Bilder gemacht. In den nächsten Wochen werde ich sicherlich einige von ihnen hier zeigen!


Leuchtturm am Beachy Head





             




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